Absage der IAM und DM 2020 der Golfer*innen mit Behinderungen in Warnemünde

Auf Grund der anhaltenden Corona-Krise hat der DGV jetzt auch die IAM und die DM der Golfer*innen mit Behinderungen leider für 2020 absagen müssen. Das ist sicherlich auf der einen Seite traurig, zumal wir euch neben dem sportlichen Highlight gerne alle an der schönen Ostsee wiedergesehen hätten, auf der anderen Seite aber absolut vernünftig und richtig. Bei aller positiven Entwicklung ist Corona noch lange nicht überstanden und wir müssen nach wie vor alle zusammen entschlossen und besonnen handeln. Wir schaffen das!

Und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Ich freue mich schon jetzt sehr auf die IAM und DM in Warnemünde 2021 und natürlich unser aller glückliches Wiedersehen.

Bleibt alle gesund und passt auf euch und eure Lieben auf.

Euer Ralf Bockstedte
Präsident

Inklusion-Studie: Mehr als nur ein Happening

Autorin Jule Nicolaus (Foto:pr)

Autorin Jule Nicolaus (Foto:pr)

Von Friedrich Bräuninger

Bei den in die Tiefe gehenden Master- und Doktorarbeiten ist man gut beraten, sich erst mal das Fazit genauer anzuschauen. Dabei lässt sich oft das Wesentliche einer Forschungsarbeit gut herausdestillieren und recht schnell auf den Punkt bringen. „Sport und Inklusion – Eine organisationssoziologische Untersuchung zu Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel des Golfsports“ ist das Thema einer jetzt brandaktuell vorgelegten Studie der Bielefelder Sportwissenschaftlerin Julia Lara Nicolaus. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass trotz aller Vorstöße in Richtung der gleichberechtigten Teilhabe und Teilnahme (Inklusion) das gemeinsame Sporttreiben von Menschen mit und ohne Behinderung im organisierten Sport in Deutschland hochgradig defizitär ist.

Dies gelte besonders für den Golfsport, obwohl dessen Eignung gerade durch viele therapeutische Potentiale und die Funktion des Golf- Handicaps gegeben sei. Die meisten Verbände und Vereine seien noch nicht auf das gemeinsame Sporttreiben von Sportlern mit und ohne Behinderung eingestellt. Das Spektrum reiche von Vereinen, die das Thema fast gänzlich ignorierten, über Clubs, die allenfalls mit „Happenings“ die Inklusion unterstützten bis hin zu Trainingsgruppen und Inklusionsturnieren als fester Bestandteil eines vitalen Vereinslebens. Schwierigkeiten äußerten sich in Berührungsängsten der Mitglieder gegenüber Golfspielern mit Einschränkungen, barrierereichen Rahmenbedingungen, Unsicherheiten in den Regeln sowie fehlenden Zuständigkeiten. Dies sei laut Nicolaus nur eine kleine Auswahl von Hindernissen, die dem Zusammenspiel der Menschen mit und ohne Einschränkungen im Weg stünden.

Um hier diverse Forschungslücken zu schließen, beleuchtet Julia Nicolaus das Problem der Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung im Golfsport aus soziologischer Perspektive. Dazu wurden auch die Strukturen des Deutschen Golfverbands analysiert, um mögliche Veränderungsprozesse ableiten und konkrete Empfehlungen skizzieren zu können. Davon dürften auch die deutschen Golfclubs in hohem Maße profitieren und auf dem Weg zu mehr Inklusion hilfreiche Orientierung finden. So plädiert die Autorin eindringlich für die Benennung von Behinderten-Beauftragen in den Clubs und greift damit eine schon lange bestehende Forderung des BGC auf.

Die mit Bestnoten ausgezeichnete empirische Untersuchung wurde zu einem nicht unwesentlichen Teil in Form von Experteninterviews mit verschiedenen Beteiligten und Funktionsträgern durchgeführt. Dabei konnten auch BGC-Aktivisten wertvollen Input liefern. Obwohl es sich bei der Stichprobenauswahl um eine relativ kleine Zahl von Untersuchungspersonen handelt, ermöglicht diese Form der Untersuchung einen tieferen Informationsgehalt gegenüber so manchen großen und auf Repräsentativität angelegten Studien. Und spannender zu lesen ist das knapp 180 Seiten starke Nicolaus-Opus allemal.

Die Studie kann zum Preis von 49,80 (inkl. MwSt.) direkt bei Julia Nicolaus
( j.nicolaus@uni-bielefeld.de) in digitaler Form bestellt und bezogen werden.

Behinderten-Golf international

Von Friedrich Bräuninger

Einen Blick über die Grenzen zu werfen und dann die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen ist allemal eine höchst interessante und lohnende Sache. „Prüfet alles, das Beste behaltet“, schrieb schon der Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther.

Getreu diesem Motto wird der Behinderten Golf Club Deutschland e.V. (BGC) künftig in loser Folge auf seiner Homepage eine neue Serie starten, die den Golfsport für Menschen mit Behinderungen in anderen Ländern und Kontinenten beleuchtet. Dass die deutsche Golf-Community hier noch einigen Nachholbedarf hat und vieles lernen kann, ist wohl unbestritten. Zu diesem Monitoring und Wissentransfer möchten wir gerne einen weiteren Beitrag leisten.

Starten wollen wir diese Serie mit einem Exklusivbericht der ehemaligen Stern-Redakteurin Brigitte Zander, die seit vielen Jahren zusammen mit ihren Ehemann regelmäßig mehrere Monate in „downunder“ verbringt. Während Werner beim Segelfliegen sich die Welt von oben betrachtet, spielt Brigitte unten bei mitunter extremer Hitze und auf von Heuschrecken besetzen Grüns ihr Golf. Meistens aber sei alles ganz wunderbar, gerade im deutschen Winter weiß sie das Klima und die Atmosphäre in Australien sehr zu schätzen.

Brigitte Zander war bis 2015 ständiges Mitglied der Jury „Deutschlands beste Golfclub-Websites“, einem Medienpreis, den die Bayerischen Medien-Golfer (Baymego) neben den Awards für Clubmagazine neuerdings auch für „Inklusion“ regelmäßig veranstalten.

Australien steht ja im Alphabet noch vor Austria und den in Sachen Behinderten-Golf in vielen Punkten recht aktiven Ösis werden wir im Rahmen dieser Serie ganz gewiss eine Story widmen. Jetzt aber schaun wir erst mal, was sich auf dem weit entfernten fünften Kontinent so tut.

Gute Laune vor dem Abschlag: australisches Behinderten-Golfer mit ihrem Team-Captain und Spiritus Rector James Gribble (2.v.r.) Foto: oh

Gute Laune vor dem Abschlag: australisches Behinderten-Golfer mit ihrem Team-Captain und Spiritus Rector James Gribble (2.v.r.) Foto: oh

In Australien muss sich kein behinderter Golfer ausgeschlossen fühlen. Jeder Mitbürger mit einem körperlichen oder geistigen Handicap ist auf den rund 1500 Golfplätzen des 5. Kontinents willkommen.

Der Dachverband Golf Australia arbeitet eng mit allen Behindertenorganisationen zusammen: mit dem Verband der Blinden, Gehörlosen, Amputierten, Transplantierten, mit dem Verein der behinderten Sportler („Disability Sports Australia“) , und der Organisation „Sport connect“. Das generelle Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Behinderten durch Organisation, Forschung, Schulung der Mitarbeiter, und Training eine angenehme Sportumgebung zu schaffen.

Während in manchen Ländern der Welt das Spiel mit dem kleinen Ball eher als Beschäftigung für die reiche Elite gilt, ist Golf in Australien ein Volkssport. Kinder drehen mit ihren

Eltern die ersten Runden über den Platz; und in vielen Schulen steht Golf ebenso wie Tennis auf dem Stundenplan. Man weiss, dass Golf ein psychischen und physischem Wohl- und Gemeinschaftsgefühl vermittelt. Und davon sollen auch Mitbürger mit körperlichen Einschränkungen profitieren.

Die Organisation „Empower Golf Australia – for all Abilities“ (www.empowergolf.com.au) forciert die Einbeziehung aller irgendwie Behinderten in die grosse Golfergemeinschaft.

Fast jedes Bundesland unterhält –neben den kontinentweiten Dachverbänden – noch eigene Behinderten-Gruppierungen für Golfer mit einem gesundheitlichen Handicap. Manche Clubs werben mit besonderen Schwungkliniken für Behinderte . Es existiert ein spezielles Golfmagazin für Amputierte. Da man in Australien grundsätzlich gegenüber Behinderten sehr hilfsbereit eingestellt ist, versteht es sich von selbst, dass selbst kleine Land-Vereine Clubhäuser mit behindertengerechten Eingänge haben. Carts und Betreuungspersonal sind für Behinderte auch bei wichtigen Turnieren erlaubt.

Manager finden bei ihren Dachverbänden spezielle Regelbücher für den Behinderten-Golf, Werbematerial, sowie einen Jahreskalender mit allen australienweiten Behinderten-Veranstaltungen.

Um mit dem Veranstaltungskalender anzufangen: Für dieses Jahr waren für die genannten Behindertengruppen insgesamt 20 landesweite Turnier angesetzt und zwar nicht irgendwo im Outback, sondern in den Hauptstädten und auf renommierten Plätzen. Ausserdem nehmen die australischen Behinderten -Golfer traditionell in grosser Zahl an den Behinderten-Weltmeisterschaften, den „World Disabled Golf Championchips“ teil, die heuer im August in Los Angeles stattfinden. Bei den Spielen in Japan belegten die Australier den dritten Platz nach Schweden und den USA, die Deutschen wurden achte. Für die Werbung und Organisation sorgt ein einer Verband: „Special Olympics Australia“.

Dazu haben die australischen Golfverbände – in Anlehnung an die USA-Regen – 2012 neue Wettbewerbs-Regeln für „Golfers with disabilies“ aufgestellt, damit jeder Sportler mit gleichen Voraussetzungen antreten kann. So darf z.B., ein blinder Golfer einen Coach und einen Caddie gleichzeitig mit auf die Runde nehmen. Amputierte Spieler dürfen im Rough bzw im Buschgelände mit Hilfe ihrer Begleiter auch Äste abbrechen, um einen festen Stand für den Schlag zu finden. Wer auf andere Puttlinien tritt bzw. rollt wird nicht mit Strafschlägen traktiert. Die Definition „unschlagbaren Ball“ ebenso wie die Bunkerregeln sind für Krückenträger oder Rollstuhlfahrer verständlicherweise liberaler als für gesunde Golfer. Der Caddie darf beim Droppen helfen, unter Umständen auch den Ball in schlagbare Nähe zu rücken. Nachzulesen unter www.golf.org.au/modifiedrules.

News aus Schottland

Scottish Disability Golf

SDGP awarded European Disabled Golf Access Badge

5th Scottish Pan-Disability Open Golf Championship
Monday 22 to Thursday 25 August 2016
Green Hotel Golf & Leisure Resort, Kinross KY13 8AS

Entry to the Scottish Open is available to both SDGP and EDGA members.

The SDG has been awarded an EDGA Access Event Badge and with the support of Scottish Golf Limited, will organise its fifth Open this summer.

The Scottish Open, which will be an “Access” event and open to golfers with all types of disability, will run from Monday 22 through to Thursday 25 August inclusive. Monday 22 is a practice round for all competitors and the competition will run from Tuesday 23 to Thursday 25 August, played over 54-holes, 18-holes per day.  Golf will be played on two courses, the Montgomerie will host the -18 handicapped golfers Stroke Play, and the Bruce Golf Course, will host the +18 handicapped golfers Stableford.

More information and application details, will be circulated shortly . . .

Ein Bericht von Ulli Estermann

Es muss ja nicht immer Mallorca sein, wohin man flüchten kann wenn bei uns
die Sonne nicht scheint.
Eine tolle Location ist für mich immer wieder Sitges.
Sitges liegt weit genug südlich um im März-April gutes Wetter zu haben.
Der Golfplatz Terramar in Sitges ist für Rollstuhlfahrer gut zu spielen und was noch wichtiger ist, die Menschen dort sind ausgesprochen freundlich.

Die lange Strandpromenade ist für Spaziergänge und natürlich für das kostenfrei zur Verfügung gestellte Fahrrad bestens geeignet.

Ich freue mich jetzt schon, im April meine Golfsaison dort zu eröffnen.
L.G. Ulli

Unsere Mitglieder unterwegs

Viele unserer Mitglieder verbringen die kalte Jahreszeit ganz oder teilweise in südlichen Gefilden.
An dieser Stelle möchten wir unseren Mitgliedern Gelegenheit geben, kurze Reiseberichte vorzustellen.
Wir freuen uns, wenn auch Sie  einen kleinen Bericht mit Bild schicken, den wir dann hier veröffentlichen.
einfach eine mail an : info@bgc-golf.de

vielen Dank und viel Spaß beim erkunden neuer Winterziele.

Ein Bericht von Christian Nachtwey

Spanien ein Golfparadies im Winter

Wir haben die letzten 7 Jahre unsere Winter immer in Teneriffa verbracht. Dort im Süden der Insel gibt es bekanntlich viele Golfplätze und die Temperaturen sind fast immer perfekt zum Spielen.

Aber wie es so ist, der Mensch braucht Veränderung und so haben wir uns im letzten Jahr umgeschaut und in Denia / Nähe Valencia eine neue Möglichkeit gefunden dem Winter in Deutschland zu entfliehen und unseren Kunden  ( www.powerbasetec.de ) eine schöne Möglichkeit für Schnupperkurse zu bieten. Im Golfclub Oliva Nova findet man perfekte Voraussetzungen gerade für behinderte Golfer.

Die Mitarbeiter sind äußerst hilfsbereit, der Platz ist flach und wunderschön angelegt und für das leibliche Wohl wird auch bestens gesorgt.

Auch die Tatsache, dass nicht nur internationale Radteams sondern auch große Fussballclubs wie der FC Kaiserslautern oder der FC Köln ihre Trainingseinheiten, im Club und dem großen Trainingsgeländen  rund um den Platz , abhalten, spricht für die hier herrschenden angenehmen Temperaturen zwischen November und April.

Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Gegend um im Winter Golf zu spielen und sich auf die Saison vorzubereiten.

Ein schönes Spiel wünscht
Christian Nachtwey